Ausweitung der Frauenquote – Wir unterstützen das gemeinsame Vorhaben von Familienministerin Giffey und Bundesjustizministerin Lambrecht!

Das 2015 beschlossene „Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im Öffentlichen Dienst“ wirkt. 105 Unternehmen in Deutschland erfüllen die Kriterien der Verordnung, die vorsieht, dass die Aufsichtsräte mitbestimmter börsennotierter Unternehmen zu 30 Prozent mit Frauen besetzt werden. 105 Unternehmen profitieren also von ihr – und das nachweislich: Seitdem ist der Anteil von Frauen in den Aufsichtsräten von 25 auf 35 Prozent gestiegen. Das zeigt der kürzlich veröffentlichte Bericht des Familienministeriums zur Entwicklung des Frauenanteils.

 

Und Unternehmen, die das Führungspositionengesetz nicht abdeckt? Die werden gebeten, ihre eigene Zielsetzung bezüglich des Frauenanteils zu formulieren.
Die Unternehmen sollten ja ein Eigeninteresse an mehr Frauen in Führungspositionen haben, heißt es etwa von Gegnern einer breiter angelegten Quote. Das Ergebnis? In jenen Unternehmen mit Aufsichtsräten, die nicht an die Quote gebunden sind, sind jeweils weit weniger als 20 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten.

Ein noch deutlicheres Bild zeigt sich etwa bei den 100 umsatzstärksten Familienunternehmen. Sie unterliegen keiner gesetzlichen Quote, der Anteil an Managerinnen in der Geschäftsführung liegt dort bei weniger als sieben Prozent.
Bei Unternehmen, die vollständig in Familienbesitz sind, sind es mit unter fünf Prozent noch weniger.

Was sagt uns das? „Eigeninteressen“ haben viele Vorstände anscheinend nicht, Freiwilligkeit reicht bei diesem elementaren Zukunftsthema nicht aus! Es braucht zwingend politische Vorgaben, die uns nachweislich – wenn auch in kleinen Schritten – bereits vorangebracht haben. Das Gesetz muss überarbeitet und ausgeweitet werden. Nicht nur Aufsichtsräte, sondern alle Vorstände und Unternehmensformen müssen der Quote unterliegen.

Die Corona-Pandemie zeigt uns einmal mehr, wie viel Nachholbedarf unsere Gesellschaft in Sachen Gleichberechtigung noch hat. Die Krise darf deshalb kein Argument sein, eine Erneuerung des Führungspositionengesetzes hintenanzustellen – im Gegenteil: Lassen Sie uns aktiv bleiben!

Dr. Renate Tewaag, Präsidentin Soroptimist International Deutschland




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