Die Ausprägungen dieser Form der Gewalt gegen Frauen sind vielfältig und nehmen durch die rasante technische Entwicklung auch immer mehr zu.

Zum digitalen Nutzungsverhalten sowohl der Jugend als auch der Erwachsenen gehört es heute, Nacktselfies als Foto oder Video zu erstellen und diese seinem Partner/seiner Partnerin zu schicken, sog. Sexting. Wichtig ist allerdings, darauf aufmerksam zu machen, dass ein erhebliches Risiko der unbegrenzten Verbreitung solcher Aufnahmen besteht, selbst bei einvernehmlich erstellten Aufnahmen, und Betroffene dadurch dauerhaft belastenden Situationen ausgesetzt sind.

Um derartiges Handeln der Täter zu verhindern, muss der Verunglimpfung sexuell aktiver Mädchen als „Schlampe“ oder „Bitch“ entgegengewirkt werden. Hat ein Mädchen ein Nacktselfie verschickt, kommt zudem häufig die Frage: „Ist sie nicht selbst schuld?“ Damit versuchen die Täter ihr Verhalten zu entschuldigen und es als unproblematisch darzustellen – hier müssen die Opfer gestärkt werden.  

Gewalt an Frauen in der digitalen Welt zeigt sich aber auch sehr direkt: Männer oder Jungen schicken unaufgefordert sog. Dickpics (Fotos des erigierten Penis) an Mädchen und Frauen.

Dies passiert auch als Ergänzung zu anzüglichen, sexistischen und pornographischen Kommentaren über heute von jungen Erwachsenen genutzte Plattformen zur Kontaktanbahnung wie Tinder. Hier müssen Frauen und Mädchen ermutigt werden, sich rechtlich sich gegen die Verletzung ihres Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung zu wehren.

23.11.2020, Gesa Stückmann, SI-Club Rostock und Initiatorin der Kampagne „Medienkompetenzsiegel“.

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