Frauen und die Zukunft des Arbeitens – Mehr Chance als Risiko

Frauen und die Zukunft des Arbeitens – Mehr Chance als Risiko

Die Digitalisierung prägt den öffentlichen Diskurs – und sorgt bei vielen Menschen für Unbehagen. Gerade Frauen fürchten, durch die schnelllebige Entwicklung und den zunehmenden Fokus auf technische Berufe weiter abgehängt zu werden. Es gibt jedoch gute Gründe dafür, weshalb genau das Gegenteil eintreten kann – sofern Frauen ihre eigenen Stärken anerkennen.

Düstere Aussichten?

Ein entscheidender Aspekt bei der Frage der Zukunftsplanung spielt die Berufswahl. Eine kürzlich veröffentlichte Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) befragte 15-Jährige nach ihren Berufswünschen. Mädchen möchten demnach gerne Lehrerin, Erzieherin oder Krankenschwester werden. Jungen sehen sich hingegen eher als Informatiker, Kfz-Mechatroniker oder Polizist – allesamt wichtige und ehrenwerte Berufe.

Es wird aber einerseits deutlich: Noch immer sind Jugendliche von traditionellen Rollenvorstellungen geprägt. Andererseits spielen Berufe aus der Welt der Digitalisierung noch keine tragende Rolle.
„Junge Mädchen von heute streben offenbar immer noch vor allem in Berufe aus dem vergangenen Jahrhundert“, berichtet etwa die ARD-Tagesschau.

Dabei prägt die Digitalisierung längst den öffentlichen Diskurs. Warum aber kommt diese Entwicklung bei jungen Menschen anscheinend nicht an? Womöglich deshalb, weil im Zuge der Digitalisierung häufig ein düsteres Zukunftsbild gemalt wird:
Die Arbeit des Menschen wird ersetzbar, unsere Arbeitsplätze verschwinden, zu guter Letzt dringt die Industrie 4.0 in Form der Künstlichen Intelligenz (KI) auch noch in „Frauenberufe“ wie die Pflege vor und macht sie überflüssig. Kurzum: Im Zuge der Digitalisierung haben Frauen noch weniger Chancen. So zumindest der pessimistische Blick auf das Thema.

Es geht aber um ganz andere Fragen. Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für die Verbesserung der Karrierechancen von Frauen? Wie kann man die digitale Transformation gendergerecht gestalten? Und wie kann sie vor allem mit Frauen aufgebaut werden? Es heißt oft: „Die KI funktioniert ohne den Menschen.“ Das ist schlicht falsch. Sie werden nicht ersetzt, denn erst die Menschen – und damit zu gleichen Teilen Frauen und Männer – sind es, die die Maschinen sinnvoll machen.

Die Entwicklung zugunsten der Frau

Globalisierung und Digitalisierung haben unsere Gesellschaft und unsere Art des Arbeitens bereits grundlegend verändert. Agile Unternehmen der heutigen Zeit weisen oft moderne Arbeitszeitmodelle, starkes Team-Empowerment, eigenverantwortliches Arbeiten und zunehmend interdisziplinäre Teams auf. Innerhalb der globalen Vernetzung bedarf es aufgrund dieser Entwicklungen einer interaktiven Kommunikation, großer Flexibilität und eines starken Miteinanders. Frauen verfügen über viele Fähigkeiten, die in der modernen Arbeitswelt dringend notwendig sind.
Denn den sogenannten Soft Skills wie Empathie und Moderationsfähigkeit kommt in der agilen Arbeitswelt eine gewichtige Rolle zu. Die Kunst ist es nun, diese Fähigkeiten von Frauen tiefer in die Kultur unserer Arbeitgeber und der gesamten Gesellschaft zu integrieren – eine Aufgabe, an der es gemeinsam zu arbeiten gilt. Durch die verschiedenen Formen der modernen digitalen Kommunikation wird weltweites Netzwerken möglich! Frauen müssen sich vergegenwärtigen, dass sie sich innerhalb von Netzwerken mit Gleichgesinnten zusammentun und für eine gemeinsame Sache einsetzen können.

Eine vollständige Version dieses Artikels sowie ein Interview mit Claudia Müller, Gründerin des Female Finance Forum, aus der aktuellen Ausgabe unseres Mitglieder-Magazins „Soroptimist Intern“ Nr. 179, April 2020, finden Sie hier.




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