Was ist das Besondere am Mentoring-Programm von SID?

Diese Frage stellten wir Susanne Hattenkerl-Fischer, Vorsitzende von SI LEaR e.V., die wir zu unserem Oktober-Clubabend nach Lübeck eingeladen hatten. Mit großer Freude haben wir Susanne eine Clubspende von 1000 Euro für das Mentoring-Programm übergeben, das wir bereits seit 2012 jährlich mit einer Spende von 100 Euro unterstützen. Wir hatten Susanne gebeten, uns über das Mentoring-Programm zu berichten, und unserer Past-Präsidentin, Jutta Liebelt, ist es zu verdanken, dass Susanne ganz besonders darauf einging, was das Mentoring-Programm so einzigartig macht.

Es gibt mehr als 20 Mentoring-Programme in Deutschland, aber das von SID ist ganz besonders. Warum? Das Mentoring-Programm ist kein ausschließlich berufsbezogenes oder karrierebezogenes Mentoring, wie fast alle anderen Mentoring-Programme. Mit dem Mentoring-Programm werden junge Frauen in ihrer persönlichen und beruflichen Weiterentwicklung und ihrem Interesse an gesellschaftspolitischem Engagement gefördert und das durch ausschließlich ehrenamtliche Mentorinnen. Nur auf diese Weise kann sich über die berufliche und familiäre Zufriedenheit der weiblichen Nachwuchskräfte deren Karrieremotivation entwickeln. Berufsbegleitende Mentoring-Programme, insbesondere in der eigenen Firma, leisten das nicht, sondern unterstützen gezielt nur die berufliche Karriere. Herausragend ist auch die Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Mentoring, die belegt, dass unser Programm durchdacht, transparent und höchst professionell nach allen geltenden Qualitätsstandards abläuft.

Das Mentoring-Programm von SID zeichnet sich insgesamt durch folgende Besonderheiten aus:

Gemischtes Mentoring

Ein Tandem, d.h. eine Mentee und Mentorin, kommen aus sehr unterschiedlichen Berufen, oder aus verschiedenen Unternehmen oder Tätigkeitsbereichen. So kann durchaus eine Unternehmensberaterin auf eine Diakonin als Mentorin treffen, oder eine Museologin und Anthropologin auf eine Professorin für Hygiene und Umweltmedizin.

Generationenübergreifendes Mentoring

In den Tandems werden Jung und Alt vernetzt. Mentees haben mindestens drei Jahre Berufserfahrung und die Mentorinnen stehen aktiv im Beruf. Daher können durchaus Frauen mit einer 27- oder 60-jährigen Lebenserfahrung aufeinandertreffen.

Persönliche Weiterentwicklung

Egal, in welcher Lebensphase sich eine Mentee gerade befindet, die Reflektion zusammen mit der Mentorin setzt genau hier an. Der Schwerpunkt für das Mentoring-Programm von SID ist die persönliche Weiterentwicklung, ganzheitlich und aktiv im Leben.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Für Frauen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nach wie vor ein ganz wichtiges und persönliches Thema. Eines kann das andere behindern. Daher ist die persönliche Auseinandersetzung mit beiden Lebensbereichen, in Kombination mit erfahrenen Frauen, die bereits Erfahrungen hierzu gesammelt haben, besonders hilfreich.

Bezug zu ehrenamtlichen Tätigkeiten

Die Mentorinnen sind ausschließlich Soroptimistinnen. Daher sind gesellschaftspolitische Fragestellungen, ein Kennenlernen von SI sowie eine Beschäftigung mit dem eigenen Engagement wichtige Elemente für die Mentees auf dem Weg zu einer weitblickenden Führungskraft.

Netzwerkgedanke

Mentees lernen SI kennen und werden dadurch direkt mit dem Netzwerkgedanken vertraut. Die Mentees und Mentorinnen treffen sich auch nach Programmende und immer mehr Mentees werden Soroptimistinnen.

Mentees: Was war für uns wichtig?

Wie erfolgreich das Mentoring-Programm ist, zeigen die hohen Rücklaufquoten der Zufriedenheitsbefragungen in den laufenden Durchgängen. Aber noch viel aussagekräftiger ist das, was zwei Mentees an diesem Clubabend selbst erzählten:

  • Gerade Frauen, die gesellschaftspolitisch/ehrenamtlich unterwegs sind, können führen, wie es eine zukunftsfähige Gesellschaft braucht. Es braucht positive Beispiele von engagierten, erfolgreichen Führungsfrauen und viele Frauen, die in der Zukunft bereit sind, an den richtigen Stellen zu wirken. Beide Frauengruppen finden sich im Mentoring-Programm von SID.
  • Inspirierend ist es, diese unterschiedlichen Menschen zu treffen und davon zu lernen, wie sie Themen im beruflichen und privaten Leben angehen.
  • Ein berufsbezogenes Mentoring-Programm würde mir nur mein Spiegelbild in 20 Jahren zeigen.
  • Ich habe an Selbstbewusstsein gewonnen, obgleich ich in meiner Firma bereits Karriere gemacht hatte. Der „Blick über den Tellerrand“ machts.

Wir wünschen uns, dass noch viel mehr Clubs das Mentoring-Programm von SID finanziell und ideell unterstützen. Wer Mentees und Mentorinnen bei einem Vortrag oder auf der Abschlussveranstaltung erlebt hat, ist begeistert von dem, was es mit Frauen macht und wie es sie bewegt.

Hannelore Peters und Stephanie Faisal, Club Lübeck/Bad Schwartau


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