Programmtreffen 2017 in Hannover

"Interkulturelle Sensibilisierung"


Das Programmtreffen in Hannover war mit 60 Soroptimistinnen, insbesondere Programmdirektorinnen und -assistentinnen sowie Vizepräsidentinnen gut besucht und dank der hervorragenden Referentin und Fachfrau für Interkulturelle Kommunikation Viktoria Stephan aus Hannover ein voller Erfolg. Frau Stephan überzeugte durch hohe Sachkompetenz und Empathie. Mit ihrer verbindlichen Art und positiven Ausstrahlung stellte sie sich flexibel auf die Zuhörerschaft ein, war kommunikativ und mit Leidenschaft dabei.

In das Thema “Interkulturelle Sensibilisierung“ wurde in einer fremdartigen Atmosphäre mit orientalischer Musik und Duftkerzen sowie anhand einer non-verbalen gegenseitigen Begrüßung der Teilnehmerinnen anhand von speziellen Rollenzuweisungen auf Kärtchen eingeführt, mit dem Ziel, Fremdheit zu empfinden. Dieser andersartige Einstieg wurde anschließend reflektiert und oft als verunsichernd, einschränkend und befremdend empfunden. Auf diese ungewohnte Einführung folgte die Grundlagenvermittlung, um zu verstehen, was uns bewegt und wie wir mit Andersartigkeit lernen, konstruktiv umzugehen.

Was uns kulturell prägt, wurde am „Eisbergmodell“ verdeutlicht. Bei einem Eisberg sind nur 20 Prozent sichtbar, die unserem Verhalten wie Umgangsformen, Lebensart, Sprache, Sitten und Gebräuche entsprechen. Der Rest ist bei einem Eisberg unsichtbar unter dem Wasser und entspricht unseren Werten und Normen wie Erfahrung, Tradition, Bildung und das Verständnis von Nähe und Distanz. Zur Interkulturellen Sensibilisierung wurden im Anschluss in Gruppen Übungen zu den Themen Internationale Konferenz, Eisbergmodell und zur Selbstreflexion des eigenen Umfelds sowie die Beschreibung und Interpretation von Bildern mit Alltagsszenen durchgeführt.

Der Club Stade berichtete über das Projekt ZinKKo – Migrantinnen als Bildungsexpertinnen. Der Club unterstützt finanziell das Projekt „Vielfalt nutzen- Bildungsqualität steigern“ des Zentrums für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz e. V. („ZinKKo“) in Stade. Weitere Informationen unter: www.ZinKKo.com.
 
Zum Abschluss wurden das Zwiebelmodell und das Rucksackmodell vorgestellt und der Begriff „Interkulturelle Kompetenz“ definiert: es ist die Fähigkeit zum beidseitigen, zufriedenstellenden Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen.

Fachkompetenz: Fakten, Wissen
Persönliche Kompetenz: Werte, Einstellungen, Gefühle
Soziale Handlungskompetenz: Grundlegende Fähigkeit im achtsamen und respektvollen Umgang mit dem Andersartigen.

Die Eindrücke und Impulse sollen in den Clubs weiterentwickelt werden und nachhaltige Wirkung besonders in der künftigen Programmarbeit und den zahlreichen Integrationsprojekten haben.