Sorores aus vier Ländern informieren sich über die Istanbulkonvention und die Arbeit im Europarat

Die Istanbulkonvention, das internationale völkerrechtliche Übereinkommen zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häusliche Gewalt, ist ein Meilenstein in der Entwicklung der gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen in dieser Gesellschaft.

 

Am 11. Mai 2011 wurde dieser Vertrag in Istanbul aufgelegt, der dann, nachdem die Grenze von zehn Ratifizierungen erreicht worden war, am 1. August 2014 als Europarats-Konvention Nummer 210 in Kraft trat. Deutschland hat diesen Vertrag erst am 12. Oktober 2017 ratifiziert und er tritt in Deutschland am 1. Februar 2018 in Kraft. Mit der Gleichstellung von Frauen und Männern in den Verfassungen und Gesetzen derjenigen Länder, die diese Konvention unterzeichnet haben, gibt man den Betroffenen ein Instrument an die Hand, sich gegen Übergriffe vor Gericht zur Wehr setzen zu können.

 

Der Initiative von Bettina Hahne, Club Weinheim/Bergstraße, und Dr. Maria Christina Zopff, Club Schwäbisch Gmünd, ist es zu verdanken, dass sich 80 Sorores im Europarat in Straßburg zu diesem Thema informieren konnten und dabei gleichzeitig auch die Arbeit des Europarates ein wenig kennenlernen durften.

 

Nach einer kurzen filmischen Einführung in die Zusammensetzung und Arbeitsweise des Europarates wurden Einzelheiten und Hintergründe der Istanbulkonvention von Liri Kopaci-di Michele (Ausschuss-Vorsitzende „Gender and Equality“ The Council of Europe) dargelegt. Es folgte eine Schilderung des schwierigen Durchsetzungs- und Ratifizierungsprozesses dieser Konvention in den Ländern, die dem Europarat angehören, durch die österreichische Abgeordnete Gisela Wurm. Sie sprach auch über ihre Arbeit, ihre Motivation, ihre Erfolge und warum sie nicht aufgibt, auch wenn sich immer wieder eine Wand aufstellt. Eine sehr engagierte Frau, die die teilnehmenden Sorores aufforderte, mit ihr auch in den weiteren Austausch zu gehen.

 

Im Anschluss ergab sich durch den zwei Tage zuvor erfolgten Rücktritt des bisherigen Europarats-Präsidenten ungeplant die Gelegenheit, die zeitlich streng limitierten Redebeiträge der Abgeordneten während des ersten Wahlgangs für die neue Präsidentin der parlamentarischen Versammlung, Stella Kyriakides aus Zypern, zu erleben. Einige Sorores konnte noch an der Vergabe des 5. Vaclav-Havel-Preises für Menschenrechte an den türkischen inhaftierten Juristen Murat Arslan teilnehmen, in dessen Namen ein Dankes- und Grußwort verlesen wurde.

 

Schon am Vorabend gab es einen regen länderübergreifenden Austausch zwischen 80 Clubschwestern aus der Schweiz, Österreich, Belgien, Frankreich und Deutschland, die sich in rustikalem Rahmen kennenlernen oder wiederbegegnen konnten. Wir alle erhielten in der kurzen Zeit viele interessante Eindrücke – ein herzliches Dankeschön an Bettina Hahne, Repräsentantin von SI Europa am Europarat, und Dr. Maria Christina Zopff, Ausschuss-Mitglied am Europarat sowie die Clubschwestern vor Ort für die gute Vorbereitung und Begleitung unseres Aufenthaltes in Straßburg.

 




Top