Club Deggendorf: Charterfeier im Donautal

Drei Tage Kaiserinnenwetter begleitete die Gründung des Clubs Deggendorf. Schwestern von 32 Clubs aus Deutschland und Österreich kamen ins Donautal nach Niederbayern, um mit den 25 neuen Mitgliedern des weltweiten SI-Netzwerks zu feiern.

Das Get Together am Freitag fand im Clublokal im Gasthaus "Zur Knödelwerferin" statt. Der Name steht für eine Frau aus dem 13. Jahrhundert, die heute mit Sicherheit Soroptimistin wäre. Der Knödelsage nach wurde Deggendorf im Jahre 1266 von den Truppen Ottokars von Böhmen belagert. Die Stadt war gut befestigt und die Bürgerwehr bezog Stellung auf den Stadtmauern. Die feindlichen Truppen spielten auf Zeit, so dass die ständige Versorgung der Abwehrreihen gesichert werden musste. Eine treusorgende Ehefrau hatte aus Vorratsresten Knödel geformt und wollte sie ihrem Mann auf die Stadtmauer bringen. Just zu dieser Zeit kletterte ein Kundschafter der Belagerer dort hinauf und erwartete wohl eine geschwächte Verteidigung. Die Frau reagierte schnell, warf den sagenumwobenden Knödel und schlug die Angreifer in die Flucht. Denn sie schlossen aus dem Wurf mit einem Lebensmittel, dass die Bewohner selbst nach langer Belagerung noch genug davon zur Verfügung zu haben schienen und dass die Strategie des Aushungerns gescheitert war.

Der Samstagvormittag begann vergleichsweise undramatisch mit einer Führung durch die Stadt auf den Spuren der Knödelwerferin sowie durch das Stadtpalais. Eine Besichtigung des Benediktinerklosters im nahegelegenen Metten führte einige Clubschwestern in den Festsaal und in die altehrwürdige Barockbibliothek. Ein Mönch erläuterte eloquent die reichhaltige Geschichte sowie die heutige Nutzung des Klosters.

Bei der Charterfeier begrüßte die Gouverneurin von SI Österreich Gertraud Pichler vom Club Wien-Belvedere die neuen Clubschwestern und überreichte die Charter-Urkunde an die Gründungspräsidentin Elisabeth Emlinger-Zech. Mit der Gründung des Clubs in Deggendorf schließt sich die Lücke zwischen den Clubs Passau, Regensburg und Landshut, die jeweils zahlreich vertreten waren. SI Deutschland hat viele neue engagierte Schwestern gewonnen, darunter die Leiterin von DONUM VITAE Deggendorf, einer staatlich anerkannten Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Der Club unterstützt das Moses-Projekt, das Schwangere, die anonym bleiben wollen oder müssen, vor, während und nach der Geburt unterstützt und berät. Damit soll vermieden werden, dass diese Frauen ihr Kind allein im Geheimen zur Welt bringen müssen. Das Projekt wird bayernweit in allen DONUM VITAE-Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen angeboten.

Zum Ausklang am Sonntag flanierten die Clubschwestern an der Donau durch das Gelände der Landesgartenschau von 2014, das eigentlich Donaugartenschau heißen sollte, denn an dieser Stelle vereinen sich nachhaltige Landschaftsplanung mit Hochwasserschutz und Naherholung. Nach dem Spaziergang lockte die Strandbar und so fühlte man sich tatsächlich wie in der Bayerischen Toskana, wie die Region gerne auch genannt wird.

Man darf den Deggendorfer Sorores gratulieren, dass sie sich zu einer Gemeinschaft zusammengefunden haben und sich in der quirligen Hochschulstadt für Frauen und Mädchen einsetzen werden. An dem Wochenende wurde bereits deutlich, dass sie mit dem Netzwerken vor Ort schon angefangen haben. Es wird wohl nicht mehr lange dauern, bis in Deggendorf wieder Knödel fliegen.




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