Alternativer Nobelpreis 2023 - Right Livelihood Preisträger/Preisträgerinnen 2023 retten unter großem persönlichen Einsatz Menschenleben und Ökosysteme

The Award Sculpture created by Eva Hild in 2020, made from Humanium Metal ©Right Livelihood

Jährlich vergibt die Right-Livelihood-Stiftung den Alternativen Nobelpreis an mutige Persönlichkeiten und Organisationen. Sie sind Zeugen großen Leids und kämpfen um das Leben und die Würde Einzelner ebenso wie um die Lebensgrundlagen von Menschen überall auf der Welt:
Die Right Livelihood Preisträger 2023 setzen gesellschaftlichen Tabus beim Thema Abtreibung in afrikanischen Ländern, dem autoritären Regime und korrupten Unternehmen in Kambodscha, einer wachsenden humanitären Krise im Mittelmeer und menschen- wie umweltschädigen Geschäftspraktiken in Kenia, Konzepte für eine lebenswerte Zukunft entgegen.

Phyllis Omido ist eine Vorreiterin im Klimaschutz in Afrika, etwa beim Ausbau der Energie aus erneuerbaren Quellen
wie Wind, Sonne und Geothermie. Die Umweltaktivistin kämpft in Kenia gegen die Umweltbelastungen, die durch das Recyceln von Autobatterien entstehen - in ihrem Heimatdorf Owino-Uhuru waren viele Menschen an den Folgen von Bleivergiftungen erkrankt und verstorben. Nach Jahres des Protests wurde ein Gesetz verabschiedet, das zur
Schließung von 17 Recyclinganlagen führte. Omidos Aktivistennetzwerk erstreckt sich längst bis in die Nachbarländer Uganda und Tansania.

Mother Nature Cambodia ist eine Gruppe junger, furchtloser Aktivisten, die für Umweltschutz und Demokratie kämpfen. Trotz Drohungen und Verhaftungen machen die jungen Aktivisten und Aktivistinnen auf Missstände aufmerksam.
Die Umweltschutzorganisation hat sich 2012 gegründet und gibt Dorfgemeinschaften, Fischern, Landwirten oder Indigenen Kambodschas eine Stimme. Die Gruppe habe es mit kreativen und viralen Videos geschafft, zukünftige Generationen für den Umweltschutz zu begeistern. Sie hat die Zivilgesellschaft nachhaltig verändert und mit ihrem innovativen, jungen Ansatz mehr Raum für Engagement geschaffen.

Ein Ehrenpreis geht an Eunice Brookman-Amissah aus Ghana. Die Medizinerin setzt sich für legale und sichere Abtreibungen ein. Durch ihre Arbeit habe sich die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaftsabbrüchen in der Region signifikant verringert. Schwangerschaftsabbrüche sind in den meisten Ländern Afrikas illegal. Unverheiratete Schwangere sind enormem Stigma ausgesetzt, schwangere Mädchen dürfen oft nicht mehr zur Schule. Jährlich werden im Afrika südlich der Sahara Millionen unsichere, und somit lebensgefährdende, Abtreibungen vorgenommen.

SOS Méditerranée ist eine Hilfsorganisation, die seit ihrer Gründung 2015 nach eigenen Angaben mehr als 38.000 Flüchtlinge auf dem Mittelmeer aufgegriffen und in Sicherheit gebracht hat. Dafür bekommt sie nun einen von vier Right Livelihood Awards verliehen. Die europäische Außengrenze ist die tödlichste Grenze zurzeit, und besonders im zentralen Mittelmeer gehen die Todeszahlen hoch. SOS Méditerranée setzt sich für Seenotrettung ein. Das ist eine unheimlich professionelle Arbeit, um Menschenleben zu retten. Aber es ist auch eine Arbeit, die diesen Menschen eine Stimme gibt. Und das war der Jury besonders wichtig, die Menschenwürde eines jeden einzelnen zu betonen.




YouTubeFacebookTwitterInstagramPodcast
Top