Ingrid Schumann war Präsidentin von Soroptimist International Deutschland von 1991 bis 1993 und prägte unsere Organisation in einer historisch außergewöhnlichen Zeit. Nur ein Jahr nach der Wiedervereinigung begleitete und gestaltete sie den Aufbruch in eine neue gemeinsame Zukunft mit großem Engagement.
Mit Weitblick, Diplomatie und menschlicher Wärme setzte sie sich dafür ein, Frauen aus Ost und West miteinander zu verbinden. Ein besonderer Meilenstein war das erste Treffen möglicher Aspirantinnen aus den neuen Bundesländern mit Mitgliedern der bestehenden Clubs in 1993 in Eisenach unter dem Motto „Miteinander reden – voneinander lernen“. Dieses Treffen wurde zum entscheidenden Impuls für die Charter des ersten Clubs in den neuen Bundesländern, des Clubs Dresden, und damit für die erfolgreiche Expansion.
Auch organisatorisch stellte sie wichtige Weichen für die Zukunft: Unter ihrer Führung wurden Mittel zur Förderung neuer Clubs bereitgestellt und die Geschäftsstelle in Hannover eingerichtet, die die Arbeit der nachfolgenden Vorstände professionalisierte.
Erschüttert vom Krieg im ehemaligen Jugoslawien setzte sich Ingrid Schumann mit Nachdruck gegen die Gewalt an Frauen ein. Mit einer Resolution von Soroptimist International Deutschland zu den Massenvergewaltigungen in Bosnien erhob sie öffentlich ihre Stimme für Menschlichkeit und Verantwortung.
Ingrid Schumann gelang es mit Eloquenz, Pragmatismus und ihrer verbindenden Art, Vertrauen, Freundschaften und neue Perspektiven entstehen zu lassen. Ihr Wirken bleibt unvergessen.
In tiefer Dankbarkeit und stillem Gedenken
Soroptimist International Deutschland