Die Verbreitung sexualisierter Gewalt gegen Frauen im Internet bedroht ihre Würde, Sicherheit und gesellschaftliche Teilhabe. Besonders alarmierend ist die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI), die täuschend echte Deepfakes, manipulierte Bilder, Videos und Stimmen erzeugt. Solche Inhalte werden zunehmend genutzt, um Frauen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung in erniedrigender und sexualisierter Weise darzustellen.
Mit Hilfe von KI-gestützten Technologien werden Gesichter, Stimmen und Körper von Frauen kopiert und in pornografische oder diffamierende Inhalte eingefügt. Dieser digitale Identitätsdiebstahl verletzt grundlegende Persönlichkeitsrechte und degradiert Frauen zu Objekten. Betroffene leiden unter psychischen Belastungen, beruflichen Nachteilen und öffentlicher Demütigung. Die schnelle und oft unkontrollierbare Verbreitung solcher Inhalte erschwert es, Rechte durchzusetzen und Schäden zu begrenzen.
Deepfakes, digitale Belästigung und Hasskampagnen schüchtern gezielt ein. Viele Frauen ziehen sich deshalb aus öffentlichen Debatten zurück oder verzichten darauf, sich sichtbar zu engagieren. Das schränkt nicht nur ihre persönliche Freiheit ein, sondern untergräbt auch die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am gesellschaftlichen und politischen Leben.
Diese Entwicklung betrifft nicht nur Einzelne. Wenn Frauen durch digitale Gewalt aus dem öffentlichen Raum verdrängt werden, verliert die Gesellschaft wichtige Stimmen, Perspektiven und Kompetenzen.
Soroptimist International Deutschland fordert eine konsequente Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt im Netz. Dazu gehören:
Eine demokratische Gesellschaft darf nicht akzeptieren, dass technologische Innovationen zur Erniedrigung, Einschüchterung oder Ausgrenzung von Frauen genutzt werden. Der digitale Raum muss ein Ort bleiben, an dem Frauen frei sicher und gleichberechtigt ihre Stimme erheben können.
Deutschland hat 2018 die Istanbul-Konvention ratifiziert, die Gewalt gegen Frauen verhindern, Betroffene schützen und Täter bestrafen soll. Diese Verpflichtung muss die Bundesregierung auch erfüllen.